In seinen poetischen, stark reduzierten Zeichnungen begibt sich
Hans Schulte auf eine Spurensuche – auf die Suche nach dem
Werden des Zeichens, nach der »ersten Berührung« des
Bewusstseins mit einem Gegenstand oder Inhalt. Dabei bedient
er sich einer Formensprache, die dem Ziehen der Linie, der
zeichnerischen Aktion, Priorität einräumt vor der Linie, der
Zeichnung selbst. Die meisten seiner Arbeiten erschafft der
Künstler in neuartiger malerischer Technik. Eine eigens
angefertigte pastose Kunststoffmasse von heller, nahezu
eigenschaftsloser Farbigkeit wird mit dem Spachtel auf die in
kräftigen Farben-grundierte Leinwand aufgetragen, bevor dann
mit einem Instrument, wie etwa dem Holzstock, in die Masse
hineingezeichnet wird. Auf diese Weise erscheinen die
Zeichnungen als farbige negative Linien im farblosen Positiv der
plastischen Oberfläche. Der Betrachter ist zunächst irritiert und
gefordert, sich den zahlreichen Widersprüchen zu stellen, die
der Malerei Hans Schultes eigen sind: »Was weich erscheint, ist
hart; was positiv erscheint, ist negativ; was als Figur erscheint,
ist Hintergrund« (Niclas Nitschke). Doch die Irritation ist gewollt
– nur sie macht es dem Betrachter möglich, vermeintlich
Bekanntes mit neuen Augen zu sehen und Hans Schultes
Spurensuche im Spannungsfeld von Konstruktion und
Spontaneität nachzuvollziehen.
Hans Schulte wurde 1967 in Essen geboren, studierte von 1989
bis 1995 an der Kunstakademie Düsseldorf und war dort
Meisterschüler von Markus Lüpertz. Heute lebt und arbeitet
Hans Schulte in Wuppertal und Düsseldorf.
Herausgeber: Andrea Fink
Autoren: Andrea Fink, Niclas Nitschke
Künstler: Hans Schulte
Festeinband
20 x 24 cm
72 S.eiten
39 Farb- u. 70 S/W-Abb.
Deutsch
Lieferbar
ISBN 978-3-933257-70-3
30 Euro
2001